Das Leasing eines Privatwagens klingt bequem: feste monatliche Kosten, keine langfristige Verpflichtung und der Reiz, alle paar Jahre ein neues Modell zu fahren. Meine Erfahrung war jedoch augenöffnend - und letztlich negativ.
Die “Inspektionsüberraschung”
Ich habe zwei Mazda-Autos geleast, die ich beide zu einem Händler in München zurückgebracht habe. Beim ersten Mal schlug mir der Händler vor, die offizielle Inspektion zu überspringen und nur etwa 300 € für eine leicht verstellte Stoßstange zu bezahlen. Damals schien das wie eine Abkürzung zu sein. Im Nachhinein war dies ein Warnzeichen: Es gibt offizielle Inspektionen aus einem bestimmten Grund, und sie zu umgehen, kann später zu größeren Problemen führen.
Die zweite Rückgabe war weitaus stressiger. Bei der amtlichen Inspektion wies das Personal auf einen winzigen 5 mm großen Kratzer an der hinteren Stoßstange hin und meinte, dieser könne von einem anderen Auto verursacht worden sein. Kurz darauf korrigierte ein Kollege sie und wies auf einen anderen, ähnlich großen Kratzer hin.
Ich war erstaunt, dass selbst winzige Kratzer in diesem Prozess untersucht werden können. In Wirklichkeit können solche kleinen Kratzer in vielen alltäglichen Situationen entstehen, z. B. beim Verladen von Lebensmitteln, Gepäck oder einem Einkaufswagen. Als ich auf die offiziellen Richtlinien hinwies, die besagen, dass kleine Kratzer, die kein blankes Metall freilegen, nicht in Rechnung gestellt werden sollten, erklärten die Inspektoren, dass sie mir nicht in Rechnung gestellt würden. Meine Schlussfolgerung: Händler weisen manchmal auf kleine Probleme hin, was sich einschüchternd anfühlen kann, auch wenn letztlich keine Kosten anfallen.
Die versteckten Kosten
Leasing bedeutete auch, sich mit verwirrenden Versicherungsangelegenheiten zu befassen. Obwohl ich wiederholt einen Versicherungsnachweis vorlegte, erhielt ich immer wieder Rechnungen für jährliche Inspektionen. Jedes Mal bestätigte der Händler, dass ich versichert sei und nicht zahlen müsse, nur um Monate später eine weitere Rechnung zu erhalten.
Ein weiteres heikles Problem ergab sich bei der Bewertung der Schäden. Der Händler versuchte, kleinere Dellen und Kratzer zu einem einzigen Reparaturpreis zusammenzufassen. Meine Befürchtung: Wenn eine Versicherungsgesellschaft diese Schäden einzeln bewertet, könnte ich am Ende für jeden einzelnen Schadenspunkt mehrere Gebühren auf eigenes Risiko zahlen.
Gelernte Lektionen
Folgendes würde ich jedem empfehlen, der ein geleastes Auto zurückgibt:
- Alles dokumentieren - Machen Sie deutliche Fotos von allen Schäden mit einem Lineal als Maßstab. Nummerieren Sie sie mit Post-its und stellen Sie sicher, dass der Inspektor jeden einzelnen Schaden schriftlich quittiert.
- Schriftliche Kostenvoranschläge einholen - Wenden Sie sich nach Möglichkeit an einen unabhängigen Anwalt, der mit Leasingansprüchen vertraut ist. Er kann manchmal helfen, überhöhte Reparaturkosten zu reduzieren.
- Vorinspektion und Behebung kleinerer Probleme - Ziehen Sie in Erwägung, das Auto vor der Rückgabe von einer Karosseriewerkstatt Ihres Vertrauens überprüfen zu lassen. Kleine Dellen oder Kratzer können oft viel billiger selbst repariert werden als durch den Händler. Einige Leasingunternehmen bieten sogar eine Inspektion vor der Rückgabe an, die Überraschungen verhindern kann.
- Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Versprechen - Auch wenn das Personal Ihnen mitteilt, dass keine Kosten anfallen, lassen Sie sich dies immer schriftlich bestätigen.
- Alternativen in Betracht ziehen - Für mich war der Kauf eines gebrauchten Volvo XC-40 bei einem seriösen Händler in München weit weniger stressig. Die Mitarbeiter waren freundlich, gründlich und transparent.
Mein Urteil
Ein Auto zu leasen, war meiner Erfahrung nach die frustrierendste und stressigste Entscheidung, die ich je in Bezug auf ein Auto getroffen habe. Zwischen unklaren Reparaturansprüchen, wiederholten Verwirrungen mit der Versicherung und dem einschüchternden Inspektionsprozess habe ich mich entschieden: Ich werde nie wieder einen Mazda leasen, und ich werde mich an den Kauf von Autos halten, bei denen der Händler zuverlässig und ehrlich ist.
